Poetischer Adventskalender

PoesieTürchen 16

Jeder Tag sei eine Gnade

 

Jeder Tag sei eine Gnade,

jedes Leben eine Sage,

dass ein jeder sich ertrage

und ein Auge auf sich habe,

immerzu den Anfang wage,

ohne künstliches Gehabe

sein Gewissen stets befrage

und auf Händen selbst sich trage,

dass Gottes Reich ins Leben rage,

auch in aussichtsloser Lage,

ganz konkret und nicht nur vage,

- Himmel, was ich alles sage -

und hoffentlich kein Zweifel nage,

wo ich doch so leicht verzage,

ob ich es nicht doch vertage,

dieses Leben, diese Gnade?!

 

Nein, am Anfang und am Ende

reiche ich mir selbst die Hände,

Sonnenlicht bescheint die Wände,

- Grenzen, die ich sonst nicht fände -

und ein guter Geist, er sende

allem Schlimmen eine Wende,

dass die Liebe nicht verfremde,

die im Menschen, der sie trägt,

tief im Herzen Wurzeln schlägt

Bild & Text: Werner Forster