GedankenGetriebe

 Das Pendel will schwingen, von einem Ende über die Mitte zum anderen, vom Stillstand bis zum maximalen Schwung zum nächsten Ruhepunkt.


 Alles ist aus Magie gemacht, aus dem Zauber der Gedanken: Du, ich, Heiner und keiner. Alle Regeln erdacht, die Zeit erfunden, Geburt, Alter, Leben, Tod: Ein Traum. Ist man traurig, weint die Welt, weint man, ist die Welt traurig.

Dreht man das Gedankenrad ins Licht, rückt man jeden Moment, jetzige, vergangene und kommende ins rechte Licht.

Für jedes Ding, ja für alles im wahrsten Sinn des Wortes „Erdenkliche“ gibt es solche Räder: Das Rad der Trauer und der Freude, des Misstrauens und der Zuversicht, des Verachtens und der Liebe. Dreht man auch nur ein kleines bisschen am Gedankengetriebe, stellt sich das Leben gänzlich neu ein. Manchmal allerdings greifen die Rädchen nicht mehr recht, Zähne sind ausgeleiert oder gar ausgebrochen. Oder man hat vergessen, wo man dreht, wie man die Gedankenmaschine liebevoll in Gang setzt. Ist es so, frag einen Uhrmacher. Er hat die Bedienungsanleitung, Ersatzteile und das nötige Werkzeug.

Wer immer dein Uhrmacher ist, manche nennen ihn Gott oder Engel: Bitte ihn, dich in Gang zu setzen, damit du wieder richtig tickst.

Das Pendel will schwingen, von einem Ende über die Mitte zum anderen, vom Stillstand bis zum maximalen Schwung zum nächsten Ruhepunkt. Schwingt das Pendel, bewegt sich das Gedankengetriebe automatisch weiter, bis ans Ende aller Zeit. Bis dahin wünsche ich dir und mir Uhrmacher, die hie und da ein wenig anschubsen, ein bisschen an den richtigen Stellen ölen, die Lebensuhr mit passenden Schlüsseln immer wieder aufziehen.

© 12. August 2013, Werner Forster

Kommentar schreiben

Kommentare: 0